Wie Banken das Digitalisierungs-Rennen gewinnen

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Digitale Prozesse müssen Schritt halten, wenn Anforderungen durch Regulierung steigen. Unitb-Mitgründer Thomas Timm sagt, wie er diese Herausforderung als IT-Partner von mittelständischen Banken angeht – vom Online-Banking bis zur Cloud-Migration.

Was sind die wichtigsten Herausforderungen, vor denen Banken in den nächsten Jahren stehen?
Banken haben oft das Problem, dass ihre IT-Landschaft noch immer nicht voll digital ist. Der Datenfluss stockt, oder die Daten fließen nicht dorthin, wo sie hinsollen. Noch stellen Mitarbeiter in der Bank ihre Daten oft selbst zusammen und arbeiten mit Excel-Listen. Das wird derzeit höchstens geduldet und darf wegen der Regulatorik nicht so weitergehen. Digitale Lösungen können hier für mehr Transparenz sorgen. Banken müssen Kontrolle über ihren Datenfluss haben.

Besteht nicht auch der Druck, sich gegenüber Drittdienstleistern weiter zu öffnen?
Absolut. Wir reden hier über digitale Schnittstellen und nicht mehr über eine Excel-Liste mit Kundendaten. Mich wundert manchmal, was in den Banken noch an Offline-Prozessen existiert, die längst digital sein müssten, um eben auch Erwartungshaltungen der Kunden zu erfüllen.

Bankkunden erwarten Sicherheit und Transparenz, wollen aber in Echtzeit über all ihre Daten verfügen. Lassen sich diese Ansprüche zusammenführen?
Auf den ersten Blick beißt sich das ein bisschen. Ich möchte alle Daten auf dem Handy haben, aber keiner soll rankommen. Es ist aber machbar, wenn eine Bank die Veränderung ihrer IT-Infrastruktur konsequent angeht. Wir haben mit der Donner & Reuschel-Bank unseren ersten Großkunden in diesem Segment in die Cloud gehoben. Die komplette Infrastruktur der Bank steht jetzt in der Cloud und kann bedarfsgerecht angepasst werden.

Wir haben mit der Donner & Reuschel-Bank unseren ersten Großkunden in diesem Segment in die Cloud gehoben. Die komplette Infrastruktur steht jetzt in der Cloud, sogar das Data Warehouse.

Thomas Timm
Thomas Timm (GF)

Herausforderungen bei Donner & Reuschel

Wie sind Sie diese Herausforderung angegangen?
Die Donner & Reuschel-Bank betreuen wir seit der Gründung von unitb im Jahr 2002. Wir haben damals bereits das Online-Banking für diesen Kunden entwickelt, welches auf dem Kernbanksystem der FGI basiert. Über die Jahre haben wir immer wieder geguckt, welche Prozesse wir digitalisieren können.

Und welche waren das?
Neben dem Online-Banking war ein großes Thema die Abbildung von Bankprozessen via Intranet, wir haben eine Anwendung für OTC-Geschäfte entwickelt und natürlich auch die Cloud-Migration.
Mit dem Data-Warehouse-Projekt haben wir eine zentrale Datendrehscheibe geschaffen. Wir können damit die Datenverteilung über alle Anwendungen sicherstellen und nachweisen, welche Transportwege welche Daten nehmen.

Wie begegnen Sie dem Umstand, dass eine IT-Architektur schnell wieder veralten kann?
Wir haben das klare Ziel, stets up to date zu bleiben. Wichtigstes Element unserer  Strategie sind dabei unsere Mitarbeiter. Wir halten beispielsweise jede Woche Entwickler-Meetings ab, auf denen wir uns mit neuen Technologien und ihren Einsatzmöglichkeiten befassen. Die andere Säule sind unsere etwa 50 Kunden aus dem Banken,- Versicherungs– und Mediensektor, die wir jedes Jahr betreuen. Wir lernen bei jedem einzelnen Kunden stets Neues dazu, was dann unserem gesamten Kundenportfolio zugute kommt.

Zum Beispiel die Cloud-Technologie.
Genau. Wir haben jetzt die vierte Cloud-Lösung angebunden. Wir arbeiten schon seiten Jahren mit AWS und betreiben dort große Projekte. Später folgten dann Projekte in der Google-, dann der Telekom-Cloud.
Bei der Donner & Reuschel-Bank fiel die Entscheidung auf die Azure-Cloud, weil mit Microsoft früh aushandelt werden konnte, dass die Daten tatsächlich in Europa liegen. Microsoft hat mit Azure die notwendigen Zertifikate, die es möglich machen, dass eine Bank in die Cloud geht.

Wie man mit kleinen Teams komplexe Aufgaben meistert

Wäre es verkehrt, unitb als IT-Consultant für Banken, Versicherungen und Medienhäuser zu bezeichnen?
Der Begriff Consulting ist zu kurz gegriffen. Wir beraten zwar in einer frühen Phase eines Auftrags, sind dann aber mehr Implementierungspartner als Berater. Uns zeichnet aus, dass wir schnell die richtigen Lösungen finden und auch selber implementieren. Wir trauen uns zu, eine bedarfsgerechte Lösung für alle unsere Kunden zu entwickeln. Das haben wir unter Beweis gestellt. Es gibt kein Projekt, was wir in den fast 20 Jahren bei der Donner & Reuschel-Bank nicht mit Erfolg umgesetzt haben.

Entwickler: Zusammenarbeit in kleinen TeamsUnd das schaffen Sie mit Ihrem relativ kleinen Team?
Ja. Unser Vorteil gegenüber den großen Häusern ist, das wir mit einer kleinen Mannschaft sehr schnell Lösungen schaffen können. Beim Online-Banking waren wir zur Entwicklungszeit bis zu 15 Leute, und an der eigentliche Wartung und Weiterentwicklung über die Jahre hinweg waren vier Leuten beteiligt. Bei der Deutsche Bank kümmern sich hundert Leute um solche Dinge. Das ist schon ein Unterschied.

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